Geronimo! Willkommen.

Deine Companions

NIEMAND HÄTTE GEDACHT, DASS DIE TARDIS NICHT MEHR FLIEGEN WOLLTE. Aber durch die Risse in der Zeit, die sich wohl durch das gesamte Universum ziehen, scheint es kaum möglich zu sein einen sicheren Flug zu wagen. Die Lage scheint aussichtlos. Ist man wirklich gezwungen dabei zu zusehen, wie alles in völligem Chaos versinkt? DW // 16+ // 1500 Zeichen



TENNIE
EVA
YOU?
YOU?
YOU?
YOU?

INTERGALAKTISCHES WETTER

DATUM & SPIELZEIT PHASE 1




Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.

STARKER KOMETENHAGEL! Wer heute unterwegs ist, also genau heute!, der wird unter Umständen sein blaues Wunder erleben, wenn er den Orion-Gürtel passiert. Hier kreuzen gewaltige Kometen Raumschiffe und andere Flugobjekte!




Frühling.
Datum & Jahr:
2015
nach irdischen Maßstäben.
Freie Zeiteinteilung bei Zeitreisen.
Und auf anderen Planeten / in anderen Galaxien.
- - - - - - - - - - - - - - - -
Alle Angaben richten sich nur an die Einstiegsphase.

The Doctor is Calling [Mini-Plot]

The Game is on [Main-Plot]

EREIGNIS THE DOCTOR IS CALLING
NOTRUF Der zwölfte Doctor steckt in Schwierigkeiten! Jeder andere TimeLord oder Mitspieler ist eingeladen, ans Telefon zu gehen wenn es klingelt, oder die Koordinaten zu downloaden, die mit dem Signal übertragen werden.

PHASE 1 | ZUR SZENE
YOU SURE, YOU CAN SAVE THE ONE, YOU LOVE THE MOST?
» Wenn das Universum kollabiert, Clara, wenn alle Welten untergehen und im Nichts verschwinden…", er schenkte ihr ein liebloses Lächeln: "dann bleibt von uns weniger als Sternenstaub. «

» HIER GEHT'S ZUM MAINPLOT«

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THE EYE OF THE STORM
#1



THE EYE OF THE STORM
CLARA OSWALD &. TWELFTH DOCTOR
IN 2015 · LONDON · TRAFALGAR SQUARE



*

"Oh Clara … Clara, Clara, Clara", murmelte der TimeLord stoisch besorgt, den kühlen Blick konzentriert auf die Steuerkonsole seines Schiffs gerichtet. Er drückte nonchalant einen der vielen Knöpfe, reckte das Augenmerk abwartend in Richtung Rotor und furchte als dann unbefriedigt die Stirn, weil augenscheinlich nicht das passierte, was er erwartete.
"Clara, Clara …" Den Kopf schüttelnd, rieb sich der Doctor mit spitzen Fingern über die Augen und umrundete die Platine, angelte einen Hebel, zog parallel dazu an einem weiteren Knopf und verpasste der Konsole einen annähernd bedachten Klaps.
In der Bewegung erstarrend, ein Bein zu einem neuerlichen Schritt erhoben, lauschte der Gallifreyan schließlich angespannt, bevor er einen gepressten Fluch ausstieß, der Niederlage kommentierte.
"Wieso tust du das?" Galt seine Aufmerksamkeit zeitweise seiner Begleiterin, konzentrierte sich der Doctor jetzt völlig auf die TARDIS, die offenkundig zu allem bereit war, nur nicht zum Abflug. Den Bildschirm zu sich heran ziehend, gab der Gallifreyan erneut die gewünschten Koordinaten ein: nur ein Sprung, nichts weiter. Nicht einmal eine zu überbrückende Zeitreise, oder eine Entfernung, welche die TARDIS übermäßig Kraft gekostet hätte. Doch die Reaktion seines Schiffs blieb aus und der Rotor stumm.
Der Kiefer des TimeLords mahlte; er machte keinen Hehl daraus, wie sehr ihn die Sturheit der Maschine zu ärgern begann.

Dabei wirkte das Schiff aufgebracht, bombardierte seinen Geist einen doppelten Herzschlag lang mit purem Chaos, ehe es verstummte: verstummte, mit der Absicht sich zu verstecken. Zu verkriechen. Aber wovor? Was bereitete einem Wesen, so wunderbar und unendlich wie die TARDIS es war, Angst?
Der Doctor rieb sich das Ohrläppchen, tastete mit flachen Händen über seine Jacke und griff bis zum Ellenbogen in eine seiner Taschen, wo er ein Stethoskop hervor zauberte, das er sich ohne Umschweife anheftete, indes er vor der Konsole auf die Knie ging, so dass er das Innere des Motors abhorchen konnte.
Er machte das an allen Stellen, die er fand, robbte einmal komplett um den gesamten Pilz, tastete sogar den Boden damit ab und stoppte erst, als er über Claras Schuhe kam. "Ist dir das Sprichwort geläufig, das um sauberes Schuhwerk und Charakter handelt? Ich bin mir nicht sicher wieso, aber angeblich glaubt ihr Menschen, dass dabei ein Zusammenhang besteht."
Der TimeLord schenkte der Brünetten von seiner Position aus ein nachdenkliches Zwinkern und rappelte sich schließlich unelegant auf die Beine zurück, um sich wieder zu seiner vollen Größe aufzurichten: "Du solltest deine Schuhe putzen."

"Ich weiß nicht, was sie hat", schweifte der Doctor im nächsten Sekundenbruchteil ab, warf das Stethoskop ungeachtet von sich und fuhr sich in der selben Regung durch das dichte, graue und lockige Haar, ehe er ratlos seufzte.
Er verschränkte die Arme vor der Brust, rieb sich mit langem Zeigefinger konzentriert das Kinn und schüttelte wiederholt zu sich selbst den Kopf; es ergab einfach keinen Sinn.
Wenn der Gallifreyan eines nicht leiden mochte, dann wenn er keine Antwort fand, wenn er hilflos einem Problem gegenüber stand, das sich partout nicht lösen lassen wollte. Dabei war die Lösung eigentlich einfach, oder? Sie kam vom Himmel, von Oben, vom Firmament, vom Horizont – von dort eben! Und sie kam unaufhaltsam näher, was wohl auch die TARDIS spürte. Er konnte nur ahnen, vermuten was es bedeutete. Um es zu beweisen müsste er sich die Sache aber aus einem anderen Winkel ansehen; doch so wie es aussah, war er – waren sie – vorerst gestrandet.
Der Doctor war sich nicht sicher, was schlimmer war: die unaufhaltsame Katastrophe, welche die Erde bedrohte, oder die vermeintlichen Eisen um seine Knöchel, die ihn an eben deren Erdboden ketteten.
Zumindest hatte er jetzt einen Grund, Claras Gesellschaft zu fordern.
Sie würde nicht zulassen, dass er auf sich allein gestellt die Menschheit mit seinem unwiderstehlichen Charme umwarb …
Sie konnte es kaum verantworten.
Woher kam nur all dieser Zynismus?

Nach der ganzen Sache mit ihrem Freund und dem Master, einem Tod den der Doctor nicht verhindern konnte, selbst wenn er es gewollt hätte und ihren unglücklichen Reisen in den vergangenen Monaten, geschah es ihm allerdings und andererseits ganz Recht, dass sie Abstand von ihm wollte und ihre Suche nach Abenteuer ein für alle Mal an den Nagel hing.
Aber vielleicht noch nicht jetzt. Die Vorstellung an und für sich brach ihm schon beide Herzen, auch wenn er es nie offen zugegeben hätte. In seinem vorherigen Leben möglicherweise, ja – doch jetzt nicht mehr. Es war Humbug sie gewaltsam zu halten, wenn sie nicht wollte. Und Clara war zu clever, um sich von ihm manipulieren zu lassen: sie kannte seine Tricks.
Der TimeLord sah die Brünette eine Weile an, etwas hilflos ob der Gesamtsituation und zuckte die Schultern.
"Wir sitzen fest … also, das alte Mädchen und ich. Sie weigert sich, meinem Befehl zu folgen, weil sie merkt, was draußen passiert. Ich werde eine Weile brauchen, um ihren Fehler zu verstehen, möglich dass ich ihn irgendwie umgehen kann, damit ich zumindest vom Trafalgar Square weg komme."
Der Doctor neigte den Kopf: "Ich könnte … deine Hilfe gut gebrauchen", gestand er vornehm, die Mundwinkel zu etwas gekrümmt, das an ein Lächeln heran reichte. Hätte er gewusst, ja auch nur geahnt, was gerade um ihn herum passierte und wie achtenswert eigentlich der Schwindel in seinem Körper war, wo sich etwas in der Zeit zu krümmen begann – er hätte sich seine indirekte Bitte wohl verkniffen.
 
#2
 Sie war gerade in der Tardis, in ihrem Schlafzimmer gewesen, welches die Tardis oft genug einfach so vor ihr versteckte, weil sie sich immer einmal gerne einen Spaß erlaubte. Dieses Mal aber, hatte sie sich nicht dazu verleiten lassen. Irgendwie hatte es schon etwas Komisches an sich. Sie wollte bloß ihre Sachen holen, mehr war es nicht. Sie war fertig mit den Abenteuern. Fertig mit dem Doktor. Sie hatten viel erlebt, aber der grauhaarige, griesgrämige alte Mann, den sie nun tagein tagaus beobachten konnte, war nicht mehr ihr kecker Freund mit der Fliege, der um keinen Spaß der Welt erwachsen werden wollte. Der zwölfte Doktor aber, war so verbittert und auch sie wusste nicht, wo das alles herkam. Es war, als wäre es über nach einfach so dagewesen. Sie schüttelte ihren Kopf, während sie ihre wenigen Sachen in ihre Tasche stopfte und dann direkt wieder auf dem Weg zum Kontrollraum der Tardis gekommen war. Nachdenklich hatte sie noch einmal über die Wände der blauen Telefonzelle gestrichen und ihre Lippen getrennt „Vielleicht sehen wir uns ja wieder, altes Haus.“ Sie lächelte ein kleines bisschen. Nicht viel, dennoch hatte sie gelächelt. Jetzt brauchte sie erst einmal Zeit für sich alleine, wo doch viel zu viel in den letzten Tagen geschehen war. Nicht nur, dass der Doktor einfach nicht mehr derjenige war, von dem sie gedacht hatte, dass sie ihn kannte. Nein, alles hatte sich geändert, aber allen voran war auch Danny nicht mehr hier. Sie würde ihn auch nie wieder sehen.

Sie schlenderte gemächlich, vor allem weil sie sich das Bild noch einmal einprägen wollte. Erst als sie über dem Kontrollraum angekommen war und den Doktor von oben herab beobachtet hatte, wie er alle Mühe hatte die Tardis unter Kontrolle zu bekommen, hatte sie sich langsam die Treppe hinunter begeben. Leicht legte sie den Kopf schief, während sie den Grauhaarigen dabei beobachtete, wie er mit seinem Stethoskop um den Pilz robbte und immer einmal wieder den Motor abhörte. Erst als er vor ihr angekommen war, hatte er sich bewusst gemacht, dass auch Clara immer noch hier war. „Ich denke, ich weiß welches du meinst.“ Gab sie leicht schmunzelnd von sich, wenngleich sie einen besorgten Gesichtsausdruck nicht unterdrücken konnte, während sie dem Doktor dabei zusah, dass er einfach nichts machen konnte. Die Tardis wollte nicht. Aus welchem Grund auch immer, aber es sah so aus, als würde auch der Doktor nicht mehr weiter wissen, was der Brünetten einen leichten Stich verpasste. Sie wollte doch eigentlich nicht bleiben, oder? Sie wollte doch gehen…

Langsam ließ sie sich auf einem Treppenabsatz nieder und betrachtete die Tardis nun von innen noch einmal, während sie die Stirn in Falten legte und sich nicht sicher war, was sie sagen sollte und doch trennte die Lehrerin ihre Lippen „Denkst du es hat etwas mit den Lichtern zu tun?“ Eine Frage konnte sie ihm ja noch stellen, bevor sie sich von ihm verabschieden würde, oder? Wollte sie eigentlich wirklich gehen? Womöglich war es besser, wenn sie die Reisen ins Abenteuer einfach mal an den Nagel hängen würde. Einfach um Zeit für sich selbst gewinnen zu können.
Doch noch ehe sie wirkliche einen Entschluss fassen konnte hatte die Dunkelhaarige einen Satz vernommen, der ihr augenblicklich das Herz einen Satz höher schlagen ließ. Der Doktor wollte ihre Hilfe. Und er hatte sogar danach gefragt, wenn auch eher indirekt, aber er hatte es getan und die Brünette hatte den Doktor erst eine Weile angeblickt, ehe sie die Tardis noch einmal betrachtete. Sie seufzte, weil sie nicht wusste, was sie tun sollte, aber wahrscheinlich konnte sie sogar gar nicht anders, als ihm zu helfen – irgendwie war das ja auch ihr Schicksal geworden, oder? „Du brauchst meine Hilfe?“ Sie blickte ihn aus den Rehaugen aus an, während sie die dichten, grauen Locken betrachtete. „Na gut. Ein letztes Mal.“ Sie lächelte ein wenig schief und trotzdem versuchte sie sich innerlich ein wenig aufzumuntern. Sie tat das doch eigentlich gerne oder? Trennen wollte sie sich ja nicht von der Tardis und auch nicht von ihrem Doktor. „Hast du eine Idee, was wir machen können, um sie wieder in Gang zu setzen?“
 
#3

This is game time, an insane time – Let the madness fly
Show them strength that just can’t be defied


*



"Es hat alles mit den Lichtern zu tun", entgegnete der Doctor stumpf und zog die Unterlippe in grübelnder Manier zwischen die Vorderzähne. Ja, alles hatte damit zu tun und er hoffte sehr, dass er sich irrte. Dass es tatsächlich bloß Lichter waren und kein transdimensionales Chaos, das über sie und das gesamte Universum herein brechen würde. Das war auch albern, nicht wahr? Wer war schon so verrückt und setzte seine eigene Existenz aufs Spiel, um unzählig andere dadurch auszulöschen?
Die Furche auf der Stirn des alten Mannes wurde tiefer, bis sich seine Augenbrauen an der Nasenwurzel berührten. Nein, er musste vorsichtig sein, er musste heraus finden woran es lag: und wenn die TARDIS ihm nicht helfen wollte, so war er eben auf sich allein gestellt.
Ein TimeLord ohne Zeitmaschine, wo gab es sowas?
"Was tust du da?", den Blick aus blauen Augen prompt auf die Dunkelhaarige gerichtet, stieß der Doctor Claras Tasche mit der Fußspitze an. Er hatte gar nicht bemerkt, dass sie zu ihrem Zimmer gegangen, geschweige denn wieder gekommen war – tatsächlich war er davon ausgegangen, sie die ganze Zeit neben sich zu wissen. Vermutlich, weil es eine Form von Gewohnheit war. Und war der Doctor in diesem Körper auch kein Mann großer Gefühle – so war er dennoch ein Freund von Beständigkeit.

Wollte sie wirklich gehen?
Ihn sich selbst überlassen, wo es so offensichtlich war, dass er in seiner ganzen Exzentrik dazu neigte etwas wirklich Dummes zu tun, wenn da keiner war, der ihn ab und an einfach aufhielt?
Dem Gallifreyan schmeckte die Vorstellung nicht, die Möglichkeit Clara zu verlieren; nicht nachdem er so viel Mühe investiert hatte, sie wieder zu finden. Sein unmögliches Mädchen: ein Ausdruck, den er in letzter Zeit zu wenig genutzt hatte. War es seine Schuld? War er wirklich zu einem Ekel verkommen, dass sie seiner inzwischen überdrüssig geworden war?
Er war nicht mehr der Jüngling, in den sie sich verliebt haben mochte (und ja, sie brauchte es nicht leugnen, er war kein Narr) – und würde es nie wieder sein. Diese Persönlichkeit war passé, vertan und in seinem Hinterkopf nur mehr ein Schatten, eine Erinnerung wie alle anderen Leben davor.
"Es geht mir nicht primär um deine Hilfe." Er wollte einfach nicht alleine sein, mit sich selbst und seinem Wahnsinn. Und er wusste, oh ja, er wusste, er würde sie vermissen. Seine Clara.
"Es reicht mir, dass du da bist."

Bevor ihn Sentimentalität und Melancholie einholen konnten, machte der Doctor schwungvoll auf den Fersen kehrt und stolperte zurück an die Steuerkonsole der TARDIS. Die Hebel, die er vorhin in Bereitschaft gesetzt hatte, kappte er knirschend wieder herab. Die Koordinaten am Bildschirm tauschte er mit einer geübten Bewegung gegen die Kameraansicht nach Draußen, welche er skeptisch auf den Horizont richtete. Vielleicht gelang es ihm, den Sternenhimmel wieder an der TARDIS-DECKE zu projizieren, wie er es bereits in seiner achten Inkarnation zu tun gepflegt hatte.
Clara hätte der Anblick bestimmt gefallen, erweckte es innerhalb der Größe der Brücke doch den Eindruck eines eindrucksvollen Observatoriums.
"Die TARDIS ist völlig in Ordnung. Technisch fehlt ihr nichts – bis auf die ein oder andere Schönheitskorrektur. Sie sträubt sich einfach zu fliegen und … hat begonnen mich zu ignorieren." Der Doctor stutzte, neigte den Kopf pikiert in den Nacken und wandte sich lauter in Richtung Rotor: "Wieso tust du das?", fragte er ein weiteres Mal nachdrücklich.
Die Zeitmaschine war zuweilen schlimmer, als jedes Weibsbild das er kannte.
Und er kannte eine ganze Menge.
Unweigerlich.

Dann zuckte er zu Clara gewandt die Schultern. "Ich weiß es nicht."
Und das zu gestehen, kratzte an seinem Ego. Es war selten, dass er einmal nicht nichts wusste und der Doctor ahnte, dass ihn dieser Umstand binnen der nächsten Minuten auffressen und zwischen seine Bücher drängen würde. So stopfte er die Hände in seine Taschen und drehte eine weitere Runde um den Steuerpilz, indes seine Gedanken kreisten.
Die Rotation der Erde war in Ordnung, ihre Stabilität ebenso. Also woher kamen diese Lichter? "Wenn ich mich nicht irre, und ich irre mich quasi nie, bilden die Lichter nicht etwa ein Schauspiel, noch weniger Polarlichter oder dergleichen. Möglich, dass sie einfach wieder verschwinden – oft bringt sich die Zeit selbst wieder ins Gefüge, ohne, dass ein TimeLord eingreifen muss. Es ist wie ein Naturphänomen. Ich kann gerade nicht mehr sagen, als das." Es war ärgerlich, frustrierend. Schlimmer noch: er konnte nicht sehen, was passierte. Für gewöhnlich war es für ihn kein Problem die Zukunft abzuwägen, Gefahren einzuschätzen. Aber seine Sinne verkrüppelten von Atemzug zu Atemzug. Daher vielleicht der Schwindel?
Oh, ja. In der Tat. Ihm war schwindelig.
Der Doctor stolperte in seinem eigenen Schritt und stützte sich an der Konsole ab.
Bei Rassilon.
 
#4
Die Dunkelhaarige hatte den Doctor noch eine Weile dabei beobachtet, wie er versucht hatte, herauszufinden was mit der Tardis nicht stimmte. Dabei war es ein wenig verwunderlich, dass auch er selbst einfach nicht und nicht die Lösung finden konnte, was der Tardis fehlte. Im Normalfall machte sie nicht solche Zicken, so dass sie mit dem Doctor abheben konnte, aber jetzt? Jetzt gestaltete sich das irgendwie schwieriger. Dabei hatte die Dunkelhaarige immer noch darauf gewartet, dass er überhaupt irgendwas sagen würde. Primär, weil sie mit gepackten Sachen vor ihn getreten war.  Es dauerte immer noch eine ganze Weile ehe er etwas von sich gab und die Dunkelhaarige blickte auf seine Schuhe, während er ihre Tasche angestoßen hatte. Sie kratzte sich am Hinterkopf und vermied es ihm in die Augen zu blicken, während sie versuchte die richtigen Worte zu finden, um beschreiben zu können, was sie sagen wollte und doch trennte sie ihre Lippen „Eigentlich wollte ich gehen.“ Ein für alle Mal. Ihr hätte dennoch klar sein müssen, dass sie es niemals übers Herz gebracht hatte, wo sie schon eine beträchtliche Weile mit dem Doctor auf Abenteuerreise gewesen war. Jetzt hätte alles auf einmal aus sein sollen? Ja nicht einmal sie selbst konnte das wirklich ganz glauben. Wahrscheinlich war es da nur gut, dass er sich dennoch ein wenig.

Sie schluckte, ehe sie seine Stimme vernommen hatte und die Dunkelhaarige musste wieder aufblicken und den Doctor mustern. Er war nicht mehr…er… nein, viel eher war er nicht mehr seine elfte Version. Es war klar, dass es irgendwann hatte kommen müssen, aber jetzt schien es ihr schon so lange her, dass sie den aufgeweckten jungen Mann mit dem immerwährenden Lächeln und der Fliege gesehen hatte, gar reden hatte hören. Dabei war er und sein vergangenes Ich ja noch irgendwo eine Person, oder? Seine Worte schienen dahingehend den Sturm in ihren Gefühlen ein wenig zu mindern, sie zu besänftigen und ihr klarzumachen, dass er genauso wenig wollte, dass sie ging, wie sie es irgendwo auch nicht wollte. Eigentlich hätte sie ja gehen sollen, aber sie konnte diesen so griesgrämigen und unfreundlichen Greis einfach nicht verlassen. Allein schon wegen der Vergangenheit Willen. „Es wird wohl noch ein Weilchen dauern, bis du mich los bist.“ Gab sie mit einem matten Lächeln von sich, während sie den Doctor weiter bei seiner Observierung betrachtete. Die Tardis war aus irgendeinem Grund nicht dazu in der Stimmung abzuheben. Warum wohl?
Auf seine Erklärung hin war die junge Frau hellhörig geworden. Wann hatte das Schiff denn begonnen den Doctor zu ignorieren? Das war doch völlig unmöglich, oder etwa nicht? Sie kratzte sich am Hinterkopf, während sie sich in der blauen Telefonzelle ein wenig umblickte und dann den Kopf ein wenig schief legte „Vielleicht ist sie sauer…vielleicht musst du ihr einmal gut zu reden, anstatt immer nur so…ach du weißt schon.“ Sie wusste genauso wie er, dass er wusste, dass sie ihn für starrsinnig und griesgrämig hielt. Zuweilen hatte sie ja auch das Gefühl, dass er einfach nicht anders wollte. Er wollte einfach so griesgrämig sein und das am liebsten den ganzen Tag und das, obwohl sie sich sicher war, dass hinter dieser so kalten Fassade irgendwo auch ein ganz anderer Doctor stecken musste. Zumindest gab sie diese Hoffnung nicht auf. Sie wollte in dieser Hinsicht auch gar nicht aufgeben.
„Vielleicht legt sich das ja… in nächster Zeit. Bis dahin müssen wir uns hier eben aufhalten.“ Sie zuckte ebenfalls mit den Schultern, während sie den Doctor betrachtete und sich dann langsam erhoben hatte, nur um sich die Beine ein wenig zu vertreten. Es war aber genauso unüblich, dass er nicht wusste, was diese Lichter wirklich bewirkten. Es war höchst seltsam und es kam so gut wie nie vor, dass der Doctor ratlos war – zumindest war das ihre Erfahrung. Doch auch jetzt schien sich nichts zu bessern. Und noch ehe sie ihre Gedanken geordnet hatte, hatte sie aus dem Augenwinkel aus gesehen, wie der Grauhaarige angefangen hatte zu wanken und mit wenigen Schritten war sie bei ihm, als er gestolpert war. „Alles okay bei dir?“ Ihr Gesichtsausdruck war besorgt und immerhin war das hier ja immer noch ihr Doctor, auch wenn er sein komplettes Wesen und Aussehen geändert hatte „Willst du dich setzen?“
 
#5

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*



Er liebte sie, die Naivität mit denen Menschen versuchten, ihre Probleme zu lösen.
Sie glaubten immer daran, dass alles wieder gut werden würde, dass es nur einen positiven Ausgang geben konnte: wenngleich einen mit Verlusten. Diese nahmen sie gleichermaßen in Kauf für ihre eigene Form von Religion und ihren damit verbundenen Irrglauben, die Zukunft voraus sagen zu können. Der Doctor hasste es, sie enttäuschen zu müssen. Sie alle.
Seine Herzen waren in ein unruhiges Staccato geraten, das ihm die Luft zum Atmen raubte; es war wie eine Vorahnung, finster und bedrohlich, die sich einem Mantel gleich über seine Schultern legte und ihn zu verschlingen drohte. Es war ein Gefühl von Grausamkeit, welche ihn Heim suchte und seinen Blick einen Bruchteil lang sogar verklärte.
Doch stur wie der TimeLord eben war, schob er die ihm zu Teil werdende Hilfe und damit auch Claras ausgestreckte Hand recht entschieden und unwirsch beiseite. "Mir fehlt nichts", entgegnete er trotzig mit einem leichten Kopfschütteln. "Behandle mich nicht wie einen senilen alten Mann."
Das graue Augenmerk auf den stummen Rotor der TARDIS gerichtet, entglitt dem Doctor die seichte Boshaftigkeit seiner Entgegnung auf die gut gemeinte Besorgnis Claras und ehe er sich selbst versah, machte er einen weiteren Schritt am Rande der Platine entlang, mit den Gedanken bereits wieder bei dem Übel, das ihn davon abhielt aus dieser Zeit und von dieser Position zu fliehen.
Ein Übel, das ihm den Magen umdrehte und von dem er nicht glauben konnte, dass es nur eine Verstimmung seines geliebten Schiffes war.

"Clara", die langen Finger des Doctors schlugen einen nebensächlichen Takt auf dem Metall der Steuerung, indes sein Blick von den vielen Hebeln und Knöpfen zu ihrem Gesicht wanderte. Die Ernsthaftigkeit hatte sich in seine Züge gekerbt, stählerner und markanter denn je; er leckte sich über die Lippen, dann winkte er ab, rieb sich die Nasenwurzel und widmete seine Aufmerksamkeit erneut dem Monitor, der nach draußen gen Himmel zeigte.
Plötzlich riss sich der TimeLord von seinem Standpunkt los und stolperte um die Steuerung auf die Doppeltüren zu, die er aufstieß, um sich nach Draußen zu manövrieren, den Schallschraubenzieher bereits in der Hand noch bevor er die Türschwelle übertrat. Der Doctor scannte das Firmament, erneut, sichtlich am Kämpfen mit dem, was ihm zu schaffen machte und dem, was er nicht verstand. Er hasste es, wenn ihm etwas entging: noch dazu etwas, das so prekär und offensichtlich war, auch wenn er sich bislang keinen wirklichen Reim daraus machen konnte.
Nein, die TARDIS zickte nicht, weil sie einen schlechten Tag hatte; denn sie hatte Angst, sie stand buchstäblich unter Panik. Sie fürchtete sich davor, in dem Chaos zu versinken, das über ihren Köpfen zu toben begann. Und als der Doctor den Schallschrauber an sein Ohr hielt und dem Summen lauschte, als er die Augen schloss und auf den unregelmäßigen Schlag seiner beiden Herzen hörte, da ahnte er, wie furchtbar die Reaktion der TARDIS wirklich war.

In seiner Hektik stoppte der Gallifreyan erst unter Claras Irritation.
Er hatte es natürlich vermieden, irgendeine seiner Bewegungen mit verbaler Erklärung zu untermauern und auch jetzt jonglierte er bloß den Schallschrauber zwischen seinen Händen, nervös und aufgekratzt und erwiderte schuldbewusst den Blick aus ihren dunklen Knopfaugen mit dem Ansatz eines Schulterzuckens. "Was auch immer du tust, bleib in meiner Nähe."
Der Doctor warf seiner Begleiterin den Schraubenzieher zu, stolperte zur Brücke hinab und reckte sich nach dem Telefonhörer, indes er fahrig die einzige Nummer wählte, die er brauchte.
"Ich bin mir nicht sicher, was jetzt passiert. Aber was es auch ist: vertrau' mir, klar?"
Es klingelte, das Geräusch bohrte sich in seinen Gehörgang und verursachte ihm Gänsehaut. Er mochte es nicht, diesen Schritt zu gehen, mochte es nicht so abhängig von sich selbst zu sein und dennoch: wer könnte besser über das Geschehen Bescheid wissen, wenn nicht er selbst?
Ja, vielleicht hat er irgendwo, an einem anderen Ort zu einer anderen Zeit und in einem anderen Körper bereits heraus gefunden, welcher kopfgesteuerter Narr auf die Idee kam, das Gleichgewicht des gesamten Universums ins Wanken zu bringen. Und vielleicht, nur vielleicht, konnten sie es gemeinsam verhindern, bevor es zu spät war.
So gab er seine Koordinaten preis und rückte sich und seinen Standort ins unverkennbare Scheinwerferlicht, damit er kein Problem haben würde, sich zu finden.



 
#6
[cf: Gut geplant und doch verflogen...]

Es war dem Doctor gelungen die TARDIS zu einer kleinen Reise zu überreden. Aber es war wirklich nur eine kleine gewesen. Und diese Reise hatte hauptsächlich daraus bestanden, dass die royalblaue Police Public Call Box einmal kreuz und quer durch das hiesige Sonnensystem geschnellt war und noch einige Runden um den Pluto gedreht hatte, bevor sie noch viel schneller zurück auf die Erde zuhielt. Um diese schwirrte sie auch noch umher und schien nicht so recht zu wissen, wohin sie eigentlich nun fliehen sollte, da irgendwie überall die Pest auf sie wartete.

Bei diesem doch sehr turbulenten Ritt durch das Sonnensystem, war der Doctor wieder sehr durchgeschüttelt worden. Wenigstens hatte er sich dieses Mal nicht schon wieder den Kopf angeschlagen. Der schmerzte ihm auch so schon noch genug. Während die TARDIS im Orbit der Erde herumhing und auf der Stelle kreiste, wie sie es eben zu tun pflegte, begab der Time Lord sich endlich in die Riochtung seines Kleiderschranks, um diesen lächerlichen Pyjama und den blöden Morgenmantel loszuwerden. Es fühlte sich einfach nicht richtig an, dieses Zeug zu tragen. Es wirkte einfach nur... lächerlich. Etwas entnervt und immer noch schmerzgeplagt. hatte er sich auf das Deck mit all den ganzen Klamotten begeben, nur, um ein passendes Duplikat des braunen ANzugs mit hellblauen Nadelstreifen herauszupicken. Und ganz nebenbei schnappte er sich noch ein kleines MediKit, um die Wunde an seinem Hinterkopf zu versorgen. Der Schmerz blieb konstant und nervend. Dazu kam nun auch noch ein leichtes Schwindelgefühl und die Tatsache, dass sich seine Eingeweide verkrampften. Es juckte ihn idirekt in den Knochen seiner Hände, besonders in den Fingern. Irgendetwas stimmte hier wirklich ganz und gar nicht.

Zurück im Kontrollraum, schwang er sich an den TARDIS-Computerbildschirm und versuchte mit seinen Scannern etwas zu erfassen. Außerdem versuchte er einiges an Bildmaterial auszuwerten von diesem kleinen Chaotentrip, die die TARDIS bei ihrer nicht wirklich spektakulären Flucht vor was-auch-immer-das-war hingelegt hatte. Auf so ziemlich jedem Planeten des Sonnensystem schienen solche Lichter herumzutanzen. Sogar auf den Monden. Kritisch beäugte der Time Lord die Bilder und Aufnahmen, ließ seinen Blick immer wieder zum Time Rotor schweifen. Er band sich gerade seinen Schlips zurecht, als plötzlich ein Anruf reinkam. Neben ihm klingelte es auf der Konsole. Mit erhobener linker Augenbraue nahm er den Anruf entgegen. Am anderen Ende vernahm er nur Zahlen, Koordinaten. Flink tippte er diese Koordinaten in dne TARDIS-Computer ein, während er sie hörte, dmait sie das nächste Ziel sein sollten.

Zunächst weigerte sich sein Schiff, überhaupt etwas zu machen, entschloss sich dann aber doch ihm zu gehorchen. Allerdings parkte der Doctor seine TARDIS nicht direkt auf dem Trafalgar Square, sondern in einer kleinen Seitenstraße. Er hatte durchaus bemerkt, dass der Anruf aus einer TARDIS gekommen war. Und genau das bereitete ihm Bauchschmerzen. Es gab nur noch eine TARDIS in diesem Universum und das war seine eigene. Also musste eines seiner früheren oder gar zukünftigen Ichs das gewesen sein. Aber zu welchem Zweck? Oder war es am Ende nicht er sondern jemand anderes gewesen? Aber wer? Und wozu? Fragen über Fragen...

Er schwang sich seinen Mantel über, fuhr sich durch die mittlerweile etwas platten Haare, die nicht mehr so wirklich stehen wollten und quasi schon ankündigten, dass er selbst sich auch nicht gerade wie das blühende Leben im Moment fühlte, udn verließ die TARDIS. An einer der Türen der blauen Box war noch immer ein großer, dunkelroter Blutfleck zu sehen. Der Doctor musterte den Fleck und die Box. Mahnend hob er die linke Hand. "Mach keinen Unsinn, während ich wge bin. Ich weiß, dass du Angst hast. Aber ich werden zurückkommen." Es war nicht so, dass er wirklich erwartete, dass sein Schiff weg war, wenn er wiederkam, aber dennoch hatte er das Bedürfnis verspürt gehabt, ihr genau das zu sagen.

Während er zum Trafalgar Square schlenderte, die Hände in die Hosentaschen gesteckt, damit der offene, lange Mantel nicht zur Stolperfalle wurde, hielt er die Augen offen und musterte jeden noch so kleinen Punkt in der näheren Umgebung mit hoher Vorsicht. Wenn das eine Falle war, dann eine ziemlich dämliche, da sie sich auf einem öffentlichen Platz befand, wo so ziemlich jeder sie sehen konnte. Aber vielleicht war das auch Teil des Plans. Zeig den Leuten, was passieren kann und schon hat man eine Massenpanik. Mach dich nicht lächerlich. schalt er sich selbst und ging recht zielstrebig in die Richtung der blauen Telefonnotrufzelle.
 
#7

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(Clara wird einstweilen von mir mitgesteuert,
damit die Szene nicht wackelt)

*



"Doktor, was hast du?", prellte Claras Stimme ein weiteres Mal erfolglos an der Aufmerksamkeit des Time Lords ab, während eben jener stumm von Zehn ab rückwärts zählte, bevor er den Telefonhörer wieder auf der Konsole parkte.
Eine geraume Weile entgegnete der Doktor nichts, sondern stützte sich wortkarg mit beiden Händen auf dem Steuerpult ab, die stählernen blauen Augen unnachgiebig auf den Monitor vor sich gerichtet, der noch immer gen Himmel zeigte. Die Problematik an der Gesamtsituation versetzte ihn nicht nur in Aufruhr, sondern in helle Panik; so kalkuliert und geschätzt planlos der Gallifreyan in seiner Existenz auch gerne vorzugehen vermochte, so ätzend war jetzt das Gefühl bodenloser Hilflosigkeit in Anbetracht seiner sich überschlagenden Vorstellungen, welche sich wie Gift über seine Zehen hinweg den Weg empor durch seinen noch eher jungen Körper bahnten.
Oh, er hasste es. Das alles.
Die Idee.
Die Vorstellung.
Die Möglichkeit.
Und das Chaos.
Chaos hatte er schon genug zu verantworten, hatte es selbst gesät und in der Vergangenheit geerntet. Er war nicht stolz darauf und, alles andere als das, wollte er bestimmt nicht, dass sich der tobende Krieg – oder irgendein Krieg als solcher – wiederholte.
Er stand jetzt über diesen Dingen.
Musste. Hatte. Bildete es sich erfolgreich ein.

Der Time Lord zuckte unweigerlich zusammen, als sich eine warme Hand über seine rauen Finger schloss und sich Clara mit besorgt gefurchter Stirn in sein Sichtfeld schob. Sie zwinkerte, ihr Parfum stieg ihm in die Nase und hebelte seine Selbstzweifel einen Atemzug lang aus. Der Doktor verzog die Mundwinkel, schüttelte dann mehr zu sich selbst den Kopf und erwiderte ihren Blick schließlich mit einer Form wieder gefundener Verschlossenheit.
Bei all seiner Hysterie, ja all den Varianten an Katastrophen, die sich hinter seiner Fassade in Sekundenbruchteilen abzuspielen begannen, hatte er keinen ebenbürtigen Bruchteil – nicht einmal eine Attosekunde – nachgedacht, was mit Clara geschehen sollte, wenn irgendetwas davon auch tatsächlich wahr werden würde.
"Alles wie immer", versicherte der Gallifreyan schließlich flach, erntete aber einen unbefriedigten Schlag mit kleiner Faust gegen seinen Oberarm. "Du bist ein grauenvoller Lügner, wenn du dir keine Mühe gibst." Damit hatte Clara nicht einmal so Unrecht. Er gab sich keine Mühe, es machte auch keinen Sinn der Brünetten irgendetwas verheimlichen zu wollen: dafür hatte er sich schon zu offensichtlich in die Situation hinein gesteigert.
Anstatt also weiter in schwarzen Löchern zu bohren, die ihr keine wesentlichen Antworten brachten, seufzte die junge Lehrerin und fragte stattdessen: "Auf einer simplen Skala von Eins bis Zehn, wie schlimm ist es … was auch immer es ist?"
Der Doktor leckte sich mit der Zungenspitze über die Lippen und tat einen halben Schritt vor der Steuereinheit der TARDIS zurück, die Falten auf seinem Gesicht wurden dabei vor wachsender Sorge merklich tiefer: "Kaum messbar", erklärte er ehrlich und holte bereits zu einer weiteren Vermutung aus, als sie von einem ruppigen Klopfen gegen die Doppeltüren der TARDIS unterbrochen wurden.

Die markant buschigen Augenbrauen des Time Lords zuckten mit einer Mischung aus Überraschung und Skepsis in Richtung Haaransatz: "Das ging schneller als erwartet."
Doch noch ehe er sich um den Steuerpilz herum bewegen konnte, war ihm Clara schon voraus und über die Brücke hinab an die Türen geeilt, die sie ebenso fachmännisch wie ungeniert entriegelte, damit der Fremde auf der anderen Seite ungehinderten freundlich in Empfang genommen werden konnte.
"Um Himmels Willen, Clara! Sind wir jetzt schon so weit, dass wir jedem x-Beliebigen sofort eine Tasse Tee anbieten? Du weißt doch gar nicht, wer da draußen ist. Ja, stell dir vor, ein Dalek würde klopfen – was sie genau genommen nicht tun, weil sie keine Hände haben, aber das spielt hier nur eine unter geordnete Rolle. Würdest du … -?!“
"Sei nicht so unhöflich", war alles, womit Clara ihm feixend ins Wort fuhr, während sie mit vorsichtiger Neugierde durch den Türspalt nach draußen spähte.
"Clara!", versuchte es der Time Lord erneut mit einem schärferen Unterton, wurde jedoch mit einer lästigen Handbewegung von seiner Begleiterin abgewimmelt. Der Doktor schloss mit ausgreifenden Schritten, die quer über die Brücke hallten, zu der Brünetten auf, die Hände abwechselnd zu Fäusten geballt, dass die Knöchel nervös darunter knackten.

 
#8
"Das müsste es sein."
Misstrauisch warf er einen Blick auf sein Display, ließ seine Augen über die Koordinaten schweifen und seufzte schwer. Dann hob er den Kopf und sah nach oben: die Konsole stand still und hatte sich seit der Landung nicht mehr bewegt. Nur ein leises, aber beständiges Summen durchschnitt die Stille. Irgendetwas war an diesen Ort und zu dieser Zeit, was seinem geliebten Schiff nicht gefiel. Er konnte es ihr nicht verdenken, denn ihm ging es genauso.
"Warte hier auf mich", flüsterte er in den Tiefen des Raumes hinein, "ich bin gleich wieder zurück."
Mit seinen langen Fingern strich er sanft, beinahe liebevoll, über das Kontrollpanel. Selbst ohne ihre Worte, konnte er spüren, dass sie Angst um ihn hatte. "Das verspreche ich dir", fügte er noch hinzu. Wahrscheinlich um eher sich selbst aufzumuntern als sein Schiff, aber letzten Endes konnte nicht einmal sie von seiner eigenen Neugierde beschützen. Vielleicht hätte er in der TARDIS verharren sollen, wie ein Feigling, nur um der aufkommenden Bedrohung aus dem Weg zu gehen, welche ihn womöglich erwartete. Aber er wusste genauso gut, dass dies keine Option für ihn war.
Besser der Gefahr entgegen zu rennen als vor ihr zu fliehen lautete nicht umsonst sein Motto. Zudem würde er heraus finden, was es mit dem geheimnisumwobenen Anrufer auf sich hatte. Und endlich spürte er unter all der Anspannung und Ungewissheit soetwas wie aufkommende Freude.

Noch ein letztes Mal berührte er das kühle Metal unter seinen Fingern, wandte sich dann mit einem Ruck von ihr ab und schritt zur Tür hinaus. Die jähe Helligkeit kam unerwartet, sodas der Doktor wenige Schritte später stehen bleiben musste, die Augen zusammen kniff und die Hand über seine Augen legen musste.
Für andere Passanten mochte er wirken wie jemanden, der aus dem Nichts erschien. Ihm würde es nicht wundern, wenn sogar einige stehen blieben und ihn begafften. Was jedoch nicht geschah. In seinem glorreichen Einfallsreichtum dachte er, eine unsichtbare Notrufzelle war besser als eine sichtbare.
Er blickte sich um, merkte sich die Umgebung und ging weiter. Natürlich hatte ihm die TARDIS nicht direkt zu den Koordinaten gebracht, sondern war wenige Meter abseits gelandet. Der Doktor wusste nicht, ob dies beabsichtigt war oder nur wieder einer dieser Macken, die sein Schiff in letzter Zeit entwickelte. Aber so kam es, dass der Gallifreyan einen kleinen Spaziergang durch die verwinkelten Nebengassen nehmen musste ehe er den Trafalgar Square erreichte.
London in Jahre 2015 hatte sich nicht viel verändert. Vieles war noch so, wie er es in Erinnerungen aus seinen vorherigen Reisen hatte. Eine kleine Veränderung gab es allerdings, und dies entpuppte sich als eine blaue Notrufzelle. Ähnlich der, aus den er gerade eben gekommen war.
Nanu, das ist mal was Neues..., dachte er an und für sich. Sein Blick scannte die Umgebung, suchten nach weiteren Unstimmigkeiten. Nachdem er keine fand, straffte er seine Schultern, richtete seine braune Tweetjacke und schritt weiter voran.

Von außen her mochte er einen ruhigen, gefassten Eindruck hinterlassen. Allerdings war er weder ruhig, noch gelassen. Seine innere Alarmsirene schrillte, wollte ihm dazu bringen sich umzudrehen und wieder zu verschwinden. Eine weitere TARIDS am selben Ort zur selben Zeit...? Das konnte nichts Gutes mit sich bringen. Jemand brauchte seine Hilfe. Einer seiner Vorgänger? Oder gar er selbst? Aber weshalb?
"Es gibt nur einen Weg um das heraus zu finden", murmelte er mehr zu sich selbst und blieb direkt davor stehen. Einer Eingebung folgend, klopfte er ein paar Mal beherzt an der Tür. Vermutlich wurde er bereits erwartet, dennoch wollte er sein Eintreffen ankündigen.
Während er so da stand, spürte er wie er Besuch bekam. Aus den Augenwinkeln heraus sah er einen langen, wehenden Mantel, der ihm irgendwie bekannt vor kam.
Sehr bekannt sogar.
Doch noch ehe er einen Blick zur Seite haschen konnte um seine Vermutung zu bestätigen, wurde die Tür mit einem Ruck aufgerissen. Durch den Spalt konnte er ein herzförmiges Gesicht einer sehr hübschen Dame erkennen.
"Oh, hallo!" Erfreut über den Empfang grinste der Doktor breit. "Ich habe meine Einladung verloren. Aber ich denke, die Verabredung steht noch?" Er zwinkerte ihr zu.  
 
#9

This is game time, an insane time – Let the madness fly
Show them strength that just can’t be defied


(Clara wird einstweilen von mir mitgesteuert,
damit die Szene nicht wackelt)

*



Was den Doctor stets in irgendeiner Weise wirklich spürbar zu verletzen wusste, war die Irritation der Menschen gegenüber seiner Natur: der Regeneration.
Dabei spielte es keine Rolle an wen er dachte, ob es Rose Tyler war oder es sich um eine Clara Oswald oder sonst jemanden handelte. Die erste Frage aller Fragen war stets eben jene, inwieweit es für ihn möglich war, sich zurück zu verwandeln. Dem nicht genug hatten ihn viele seiner Freunde nach der Regenerationsphase verlassen, weil sie offenbar endlich verstanden hatten, dass er eben nicht wie sie und damit ein stumpfsinniger Erdlingsprimat, sondern ein Außerirdischer war.
Die Herzen des TimeLords zogen sich flüchtig in seiner Brust zusammen, gerade weil es ihm schwer fiel, sich bei diesem Thema zu rechtfertigen. Und wieso sollte er auch? Er bat nicht darum, dass sich seine Zellen neu in seinem Körper formierten. Es war kein sonderlich schönes Gefühl, weder davor, noch danach und schon gar nicht während dessen, wenn einem buchstäblich der Kopf schwirrte und ein Teil seiner Selbst für immer Leb wohl sagte.
Dann und wann war er froh gewesen, seine Haut ablegen zu können; doch dachte er an seine jüngere Vergangenheit, hätte er viele Unfälle gerne vermieden, um wenigstens noch ein bisschen mehr Zeit mit der ein oder anderen Person zu verbringen, die selbiges Leben zu bereichern wusste.

"Clara …", mahnte der Grauhaarige ein weiteres Mal, nun deutlich genervter.
Kaum bei ihr angekommen bemerkte der Doctor allerdings den Grund ihrer abrupten Stille, als er selbst einen fast boshaften Blick über ihren Kopf hinweg in Richtung Türspalt warf. Sein Aufstöhnen ging schließlich im Freudenschrei der Brünetten unter, welche die Doppeltüren der TARDIS aufriss und sich dem jüngeren Selbst des Doctors ungeniert liebenswürdig um den Hals warf.
Nein, im Ernst? Meinte es das Schicksal so grob mit ihm, dass es ihm einen Spiegel vorhielt, in den er unter keinen Umständen hinein schauen wollte? Musste das sein?
Claras Ausbruch an verflossener Vertrautheit gegenüber dem anderen Zeitreisenden traf den Doctor wie ein Schlag ins Gesicht und tat ebenso weh. Denn der Stachel der Eifersucht bohrte sich plötzlich tief in sein Fleisch und brachte seine Mundwinkel unter stillem Zorn zum Beben, indes Clara ihre herzhafte Umarmung noch fester werden ließ. Wiedersehensfreude, eh? Prima …
Nicht.
"Wirklich? Ich schicke einen Notruf Lichtjahre durch alle mir bekannten Galaxien und der Einzige, der darauf reagiert bist du?." Ausgerechnet. Hmpf. Nicht, dass der Doctor etwas gegen sein früheres Leben hatte, ganz im Gegenteil. Er hatte nur unweigerlich ein Problem damit, wie Clara für ihn schwärmte.
Jetzt.

Besagte Lehrerin zerrte den Elften bestimmt mit sich über die Türschwelle und an dem Älteren vorbei, der sich hinsichtlich der neu gewonnen Euphorie Claras und dem Schwung, den sie in ihrer Regung mit sich brachte, am Geländer einhalten musste.
Wäre es nur nicht so falsch und gleichsam bizarr, seine eigene Zeitlinie zu kreuzen, hätte er sich unterschwellig vielleicht sogar ein wenig amüsieren können. Gerade auch, weil sich Clara bisher nicht die Mühe gemacht hatte nachzuhaken, woher das adrette Kerlchen gerade kam.
Der Doctor selbst schloss zu dem ungleichen Paar mit gemäßigtem Schritt auf, die Stirn tief genug gefurcht, dass sich seine Augenbrauen an der Nasenwurzel berührten.
"Ist jemand bei dir?", mischte er sich plump in die Zweisamkeit Claras und des anderen TimeLords ein, wobei er dem Bedürfnis widerstand, Clara auf eine Armlänge Abstand zu dem Elften zu manövrieren. Er hatte merklich verdrängt, wie gut er in dieser Inkarnation ausgesehen hatte. Und irgendwie störte das gerade den Ernst der Gesamtsituation.
Aber vielleicht wartete ja Amy in der anderen TARDIS? Oder River? Rory?
Er hätte sich selbst belogen, hätte er behauptet, diese wunderbare kleine Familie nicht zu vermissen. Dabei war es ihm völlig einerlei, ob sie ihn erkannten und mochten, oder nicht. Er wollte nur allzu gerne einen letzten Blick auf sie riskieren, bevor das Chaos seinen Lauf nahm.

"Meine TARDIS fliegt nicht mehr, wahrscheinlich aus Angst. Sie weigert sich auch nur über die Erdatmosphäre zu gehen, geschweige denn uns von diesem stupiden Ort an ein schöneres Plätzchen zu fliegen; ich wollte die Lichter untersuchen, die meines Erachtens nach nicht nur simple Lichtquellen oder Lichtstrahlen sind, sondern irgendetwas gehörig durcheinander bringen. Zumindest in meinem Kreislauf. Weiß ja nicht, ob junges Gemüse das ebenfalls spürt."
Claras Ellenbogen landete ungebremst gezielt zwischen seinen Rippen. Nicht so fest, dass es ernsthaft weh getan hätte, aber schmerzhaft und tief genug, um ihm einen protestierenden Laut zu entlocken, ehe er sich besagte Stelle aufgebracht rieb.
Der TimeLord hob flüchtig eine Schulter: "Wir haben vorhin Warnsignale empfangen, die darauf hindeuten, dass sich Zeiten überschneiden. An mehreren Stellen gleichzeitig. Nicht direkt hier und nicht unmittelbar in unserem Sonnensystem, wahrscheinlich noch nicht einmal konkret in dieser Galaxie. Noch nicht. Ich könnte nicht einmal nachsehen, was es damit auf sich hat, selbst wenn ich es wollte."
Von dem Unwohlsein, das ihn plagte und in ihm tobte, wie ein Sturm fing er gar nicht an zu sprechen.


 
#10
Je näher der Doctor der nicht ganz so fremden TARDIS gekommen war beziehungsweise der blauen Police Public Call Box, die ihn doch sehr an sein Schiff erinnerte, umso mehr krampften sich eine Innereien zusammen. Sollte er wirklich hingehen, anklopfen und dem, was darin wartete, direkt in die Arme laufen? Noch während er zögerte, tauchte nicht allzu unweit von ihm entfernt jemand geradezu aus dem nichts auf. Verdutzt betrachtete der Time Lord den jungen Hüpfer mit dem etwas eigenwilligen, sehr retromäßig angehauchten Klamottengeschmack. Wo kommst du bitte her und wer zum Teufel bist du überhaupt? fragte er sich und blieb einen Moment lang mit fragendem Ausdruck stehen. Hatte er da wirklich eben noch das Knartschen von Türen gehört? Türen, wie die einer Box, die so aussah, wie seine eigene TARDIS? Aber... der Schaltkreis für die Tarnung ist defekt.

Nach wie etwas verwundert bis beinahe überrumpelt, beobachtete er nun das weitere Geschehen. Der schlaksige Jungspunkt mit Fliege hatte an die Türen der noch fremden blauen Kiste angeklopft. Durch den nun geöffneten Spalt hindurch erkannte der Doctor eine junge, brünette Frau. Und wenig später einen grauhaarigen, älteren Mann, der anscheinend auch schon bessere Tage gesehen hatte. Und schon waren alle drei hinter den Türen verschwunden, die sogleich wieder geschlossen worden waren. "Hmpf." Zumindest schienen diese beiden Erscheinungen irgendwie zusammenzuhängen. Die junge Frau schien den jüngeren zu kennen. War da etwa jemand zufällig beim Übergang von dem einen in das andere Leben vor Ort gewesen? Oh, zu köstlich. Begleiter und Begleiterinnen mit anfänglichen Schockerscheinungen und sonstigen Schwierigkeiten, weilo man selbst mal eben regenerierte - auch wenn man meistens nicht wikrlich darum gebeten hatte.

Er kannte diese beiden Gesichter nicht. Gut, das dritte, sie, auch nicht. Sagt mir bitte, dass ihr irgendjemand anderes seid... Über seine eigenen Gedanken dne Kopf schüttelnd, schritt der Doctor nun direkt auf die blaue Box zu. Locker hob er die rechte Hand und wollte seinerseits anklopfen. Allerdings zögerte er. Sollte er echt da rein? Was, wenn das beide Male der Master war? Wobei, nein... der war tot. Genauso tot, wie fast jeder andere auch, der sich auf Gallifrey befunden hatte und nicht der Doctor war. Trotzdem ließ ihn dieser Gedanke nicht ganz los. Was, wenn er wirklich nicht der einzige Überlebende des Time Wars war? Er hatte mehr als nur einen verbliebenen Dalek gesehen. Wenn diese Kakerlaken des Weltraum in ihren Blechbüchsen überleben konnten... warum sollte es dann nicht auch noch andere Time Lords geben, die zufällig hier waren? Was, wenn es andere gab, die nicht auf den Ruf gehört hatten? Was, wenn es abtrünnige gab, die eben noch weiter gegangen waren als er? Was, wenn es Flüchtlinge gab, von denen er nichts wusste?

Langsam legte der Doctor den Kopf schief und dachte kurz nach. Nein. Wenn es andere geben würde oder gegeben häte, hätte er das gewusst. Er hätte es irgendwie einfach so gewusst. "Mach dich nicht lächerlich..." murmelte er zu sich selbst, ehe er erneut die Hand hob und viermal gegen die Tür klopfte. Doch, statt darauf zu warten, dass jemand von drinnen sie öffnete, stieß er sie letzten Endes einfach selbst auf. Es hatte ja keiner abgeschlossen, also musste man auch damit rechnen, dass sich die erwarteten 'Gäste' auch selbst Zutritt verschaffen konnten!

Kaum eingetreten, ließ er die Türen hinter sich wieder zuschwingen. Sein Blick wanderte musternd einmal quer durch den Raum. Ein Kontrollraum, der einerseits vertraut, aber andererseits auch irgendwie... nun ja... anders, halt, wirkte. "Ich bin mir nicht sicher, ob mir das gefällt oder eher nicht." war vorläufig sein erster Kommentar dazu, bevor er sich endlich an das seltsam durchmischte Trio vor ihm wandte. "Sagt mir bitte, dass ich gerade in der richtigen TARDIS stehe und nicht die falsche Party sprenge."
 
  


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